Pkw-EnVKV-Checkliste für Autohäuser: 18 technische Prüfpunkte für Feed, Website und Werbung

Eine technische Pkw-EnVKV-Prüfung sollte sechs Ebenen abdecken: Fahrzeugstatus und Ausgangsdaten, DMS und Fahrzeugfeed, das Mapping in CMS und Templates, die tatsächlich veröffentlichten SRP- und VDP-Seiten, die Lesbarkeit auf Desktop und Mobile sowie klare Zuständigkeiten für Dokumentation und Recheck. Ein korrekter Fahrzeugfeed beweist nicht automatisch, dass die veröffentlichten Seiten korrekt und sichtbar dargestellt werden.
Die folgende Checkliste hilft Geschäftsführung, Marketing, DMS- und Feed-Verantwortlichen sowie der Webagentur, eine repräsentative Stichprobe technisch nachzuverfolgen. Sie verbindet Quelldaten, Übertragung und sichtbare Ausgabe, ohne die ausführlichen Spezialthemen erneut zu erklären. Die Checkliste ist eine technische Arbeitshilfe und keine Rechtsberatung.
Kurz gesagt
- Prüfen Sie dieselbe Fahrzeug-ID von der Quelle bis zur sichtbaren Seite.
- Betrachten Sie SRP und VDP sowie Desktop und Mobile getrennt.
- Bewerten Sie fehlende, widersprüchliche oder nicht sichtbare Werte als technische Auffälligkeit, nicht als juristisches Urteil.
- Dokumentieren Sie Stichprobe, Datenstand, Verantwortlichen und nächsten Recheck.
- Nutzen Sie Radar Free für übermittelte Fahrzeugdaten und Radar Web für qualifizierte Prüfungen direkter Fahrzeugdetailseiten.
So verwenden Sie die Checkliste
Wählen Sie keine zufällige einzelne Seite, sondern eine kleine, nachvollziehbare Stichprobe: zum Beispiel einen normalen Neuwagen, einen Plug-in-Hybrid und einen Vorführwagen oder eine Tageszulassung. Halten Sie für diese Fahrzeuge geeignete Quellwerte aus CoC, Herstellerdaten oder dem intern festgelegten Referenzsystem bereit. Zusätzlich benötigen Sie den tatsächlich versendeten Fahrzeugfeed sowie Zugriff auf die veröffentlichten Seiten.
Führen Sie die Prüfung auf Desktop und Mobile durch. Notieren Sie Datum, Datenversion, geprüfte Fahrzeug-IDs, nicht geprüfte Bereiche und den verantwortlichen Owner. Ein unauffälliges Ergebnis bedeutet nur, dass in dieser Stichprobe keine offensichtliche technische Auffälligkeit gefunden wurde. Es ist weder eine vollständige Prüfung aller Inhalte noch ein Nachweis der Rechtssicherheit. Auf kleinen Displays lassen sich die Tabellen horizontal verschieben.
1. Scope und Fahrzeugdaten
Bevor Sie Werte vergleichen, müssen Prüfbereich und Referenz eindeutig sein. Bei Unsicherheit darüber, welche Angaben in einem konkreten Werbe- oder Angebotskontext erforderlich sind, sollte der rechtliche Scope durch eine spezialisierte Rechtsanwältin oder einen spezialisierten Rechtsanwalt geklärt werden. Die technische Prüfung beginnt anschließend mit eindeutig zugeordneten Fahrzeug- und Quelldaten.
| ☐ | Prüfpunkt | So prüfen Sie es | Technisches Warnsignal | Nächster Schritt |
|---|---|---|---|---|
| ☐ | 1. Verantwortlichen und Prüfbereich festlegen | Benennen Sie Owner, Domain, Seitentypen, Kanäle und Stichprobe. | Niemand ist zuständig oder Teile des Veröffentlichungswegs bleiben unklar. | Scope und Eskalationsweg schriftlich festhalten. |
| ☐ | 2. Fahrzeugstatus erfassen | Prüfen Sie Status, Erstzulassung, Laufleistung und interne Kennzeichnung der Stichprobe. | DMS, Feed und Website verwenden unterschiedliche Statuswerte. | Statusursache klären und den technischen Neuwagen-Grenzfall nachvollziehen. |
| ☐ | 3. Quellwerte zuordnen | Ordnen Sie CoC-, Hersteller- oder andere freigegebene Referenzwerte eindeutig der Fahrzeug-ID zu. | Quelle oder Fahrzeugvariante lässt sich nicht eindeutig bestimmen. | Keine Vermutung übernehmen; Referenz beim zuständigen Daten-Owner klären. |
| ☐ | 4. Datenstand dokumentieren | Notieren Sie Referenzdatum, Version, Änderungszeitpunkt und Herkunft der Ausgangswerte. | Mehrere Versionen sind im Umlauf oder der Stand ist nicht nachvollziehbar. | Eine freigegebene Referenzversion bestimmen. |
| ☐ | 5. Einheiten und Leerwerte prüfen | Vergleichen Sie Einheit, Rundung, Dezimaltrennzeichen, Nullwert und Verhalten bei fehlenden Daten. | Null ersetzt „unbekannt“, eine Einheit fehlt oder Werte werden anders gerundet. | Transformations- und Fallback-Regeln korrigieren und erneut importieren. |
| ☐ | 6. PHEV-Felder zuordnen | Prüfen Sie, ob PHEV-spezifische Verbrauchs-, Emissions- und Klassenwerte getrennt und der richtigen Variante zugeordnet sind. | Gewichtet kombinierte und andere Werte werden vertauscht oder zusammengeführt. | Die PHEV-Datenkette im Detail prüfen. |
2. DMS, Export und Fahrzeugfeed
Jetzt wird geprüft, ob die freigegebenen Ausgangsdaten den technischen Transport unverändert und vollständig durchlaufen. Entscheidend ist der tatsächlich versendete Datensatz, nicht nur die Eingabemaske im DMS.
| ☐ | Prüfpunkt | So prüfen Sie es | Technisches Warnsignal | Nächster Schritt |
|---|---|---|---|---|
| ☐ | 7. Feed-Eingang und Aktualität | Vergleichen Sie Exportzeitpunkt, Übertragung, Importstatus und letzte erfolgreiche Verarbeitung. | Die Website arbeitet mit einer alten Datei oder ein Import blieb unvollständig. | Job-, FTP- oder API-Fehler beheben und den neuen Eingang bestätigen. |
| ☐ | 8. Fahrzeug-ID und Detail-URL | Verfolgen Sie dieselbe stabile ID und die direkte Fahrzeugdetail-URL durch Feed und Website. | ID wechselt, URL fehlt, führt auf ein anderes Fahrzeug oder liefert einen Soft-404. | Identität und URL-Zuordnung im Quellsystem korrigieren. |
| ☐ | 9. Mapping prüfen | Stellen Sie Quellfeld, Feed-Feld und CMS-/Template-Feld nebeneinander. | Feld fehlt, landet im falschen Ziel oder wird nur für einzelne Antriebsarten verarbeitet. | Mapping ändern und den Weg mit derselben ID erneut prüfen. Der Beitrag zu DMS, Feed, Mapping, SRP und VDP erklärt die Fehlerstellen. |
Fahrzeugdaten kostenlos mit Radar Free prüfen
Radar Free nimmt übermittelte Fahrzeugdaten beziehungsweise einen geeigneten Fahrzeugfeed entgegen und prüft ihn nach den verfügbaren technischen Regeln. Eine Prüfung der veröffentlichten Website ist darin nicht enthalten.

3. Website, SRP und VDP
Eine technisch plausible Quelle oder ein vollständiger Feed sagt noch nicht, was Interessenten im Browser sehen. Suchergebnisliste und Detailseite können unterschiedliche Templates, Datenabfragen und Cache-Stände verwenden. Deshalb werden beide Seitentypen separat mit derselben Fahrzeug-ID geprüft.
| ☐ | Prüfpunkt | So prüfen Sie es | Technisches Warnsignal | Nächster Schritt |
|---|---|---|---|---|
| ☐ | 10. SRP vergleichen | Öffnen Sie ein Suchergebnis und vergleichen Sie sichtbare Werte, Bezeichnungen und Fahrzeug-ID mit der Referenz. | Daten fehlen, sind veraltet oder gehören nicht eindeutig zur Fahrzeugkarte. | SRP-Datenquelle und Card-Template prüfen. |
| ☐ | 11. VDP mit SRP und Quelle vergleichen | Öffnen Sie die zugehörige Detailseite und vergleichen Sie alle drei Ebenen. | SRP und VDP zeigen für dieselbe ID unterschiedliche Werte oder Versionen. | Template, Datenabfrage und Cache getrennt untersuchen. |
| ☐ | 12. Desktop-Lesbarkeit | Kontrollieren Sie die tatsächlich sichtbare Seite im vereinbarten Desktop-Viewport. | Text ist abgeschnitten, überlagert, kontrastarm oder nur nach einer unerwarteten Aktion sichtbar. | CSS/Template korrigieren und sichtbare Ausgabe erneut prüfen. |
| ☐ | 13. Mobile-Darstellung | Prüfen Sie Truncation, Overlays, eingeklappte oder versteckte Blöcke, Nullgrößen und Kontrast. | Angaben sind auf kleinen Displays unvollständig oder praktisch nicht lesbar. | Responsive Breakpoint korrigieren; Mobile separat dokumentieren. |
| ☐ | 14. Cache und Clean Session | Öffnen Sie die Seite nach Korrektur in einer sauberen Sitzung und prüfen Sie CDN-/Page-Cache. | Backend und öffentliche Ausgabe zeigen unterschiedliche Versionen. | Cache kontrolliert leeren und die öffentliche URL erneut abnehmen. |
4. Darstellung und weitere Werbeseiten
Technische Prüfungen sollten nicht automatisch bei der Fahrzeugbörse enden. News, Aktionen, Landingpages, Banner, PDF-Downloads oder Social Ads mit konkretem Fahrzeug- oder Modellbezug können je nach konkreter Ausgestaltung relevant sein. Ob und welche rechtlichen Anforderungen gelten, ist eine Einzelfallfrage. Technisch sinnvoll ist es, jeden Veröffentlichungsort als eigenen Kontext mit eigener Zielseite, Darstellung und Freigabe zu behandeln.
| ☐ | Prüfpunkt | So prüfen Sie es | Technisches Warnsignal | Nächster Schritt |
|---|---|---|---|---|
| ☐ | 15. Weitere Website-Inhalte und PDF | Erfassen Sie konkrete Fahrzeug-/Modellbezüge in News, Aktionen, Landingpages, Bannern und PDFs. | Inhalte werden außerhalb des DMS-/Feed-Prozesses veröffentlicht und nie technisch revidiert. | Eigenen Freigabe- und Recheck-Schritt mit rechtlich geklärtem Scope einführen. |
| ☐ | 16. Social-/Ad-Kontext und Zielseite | Prüfen Sie Werbemittel und verlinkte Zielseite getrennt; notieren Sie Plattform, Format und Version. | Das Werbemittel verweist auf einen anderen Datenstand oder die Zielseite wurde später geändert. | Beide Kontexte neu freigeben; rechtliche Einordnung nicht aus dem technischen Ergebnis ableiten. |
5. Verantwortlichkeit, Dokumentation und Recheck
Eine einmalige Stichprobe verliert ihren Wert, wenn nach DMS-Update, Mapping-Änderung, Template-Release oder Cache-Wechsel niemand erneut prüft. Der Prozess braucht deshalb einen Owner, eine erkennbare Korrekturverantwortung und einen terminierbaren Recheck.
| ☐ | Prüfpunkt | So prüfen Sie es | Technisches Warnsignal | Nächster Schritt |
|---|---|---|---|---|
| ☐ | 17. Owner und Eskalation | Ordnen Sie Daten-, Website-, Marketing- und Rechtsfragen den real verantwortlichen Rollen zu. | Auffälligkeiten bleiben zwischen Autohaus, DMS-Anbieter und Agentur liegen. | Eine Person koordiniert Korrektur, Eskalation und Abnahme. |
| ☐ | 18. Ergebnis und Recheck dokumentieren | Speichern Sie Datum, Stichprobe, Version, Ergebnis, offene Punkte und nächsten Auslöser/Termin. | Nach einer Korrektur existiert keine bestätigte öffentliche Nachprüfung. | Korrektur auf der veröffentlichten Seite erneut prüfen und Ergebnis ergänzen. |
Radar Web Pilot anfragen
Radar Web ist für die vereinbarte technische Prüfung veröffentlichter Fahrzeugdetailseiten im qualifizierten Pilotumfang vorgesehen. Der Pilot wird betreut beziehungsweise teilweise manuell durchgeführt und deckt nicht automatisch jede Seite, jedes Gerät oder jeden Veröffentlichungskanal ab.

Häufige Fragen zur technischen Checkliste
Reicht eine Prüfung des Fahrzeugfeeds?
Nein, wenn Sie auch die veröffentlichte Darstellung beurteilen möchten. Der Feed zeigt die übermittelten Daten. Erst eine separate technische Prüfung von SRP, VDP und sichtbarer Ausgabe zeigt, ob dieselben Werte auf der Website ankommen und lesbar erscheinen.
Muss jede Fahrzeugseite einzeln geprüft werden?
Für eine erste technische Orientierung kann eine bewusst zusammengestellte Stichprobe sinnvoll sein. Sie sollte verschiedene Antriebsarten, Statusfälle, Templates und Geräteansichten abdecken. Wie groß der erforderliche Scope ist, hängt vom Zweck, der Systemlandschaft und der rechtlichen Einordnung ab.
Was bedeutet ein unauffälliges Ergebnis?
Es bedeutet ausschließlich, dass in der dokumentierten Stichprobe keine offensichtliche technische Auffälligkeit gefunden wurde. Nicht geprüfte Fahrzeuge, Seiten, Kanäle und spätere Änderungen bleiben außerhalb dieses Ergebnisses.
Wann sollte die Prüfung wiederholt werden?
Nach Änderungen an DMS, Export, Feed, Mapping, CMS, Template, CSS, Cache/CDN oder Kampagnenseiten sowie bei neuen Fahrzeug- und Antriebsarten. Auch nach einer Korrektur ist ein Recheck der öffentlich sichtbaren Ausgabe erforderlich.
Weiterführende Beiträge
- Was Autohäuser nach einer DUH Abmahnung technisch sichern sollten
- Wiederholungsfehler nach einer Unterlassungserklärung vermeiden
- PHEV-spezifische Felder und typische Datenfehler
- Fahrzeugstatus, acht Monate und 1.000 Kilometer einordnen
- Fehler zwischen DMS, Feed, Mapping, SRP und VDP finden
Quellen und Hinweis
Stand der fachlichen und rechtlichen Quellenprüfung: 2. September 2026.
- Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (Pkw-EnVKV), aktuelle konsolidierte Fassung
- Anlage 1 Pkw-EnVKV – Informationen am Fahrzeug und im Fernabsatz
- Anlage 4 Pkw-EnVKV – Angaben in der Werbung
- Bundesministerium für Wirtschaft und Energie – Energieverbrauchskennzeichnung von neuen Pkw
- Dena/Alternativ Mobil – Ressourcen für Handel und Hersteller
Diese Checkliste bietet technische und organisatorische Orientierung. Sie ersetzt keine Rechtsberatung und keine rechtliche Prüfung des Einzelfalls. Ob und welche Anforderungen für eine konkrete Seite oder Veröffentlichung gelten, muss bei Bedarf rechtlich geprüft werden.
