Checkliste: So bewerten Sie KI-Anbieter für Ihr Autohaus
Der Markt für KI-Lösungen im Autohandel wächst schnell. Viele Angebote wirken ähnlich, versprechen aber sehr unterschiedliche Ergebnisse. Mit einer klaren Checkliste treffen Sie fundierte Entscheidungen und wählen Partner, die nachweisbar zu mehr Effizienz und Ertrag in Ihrem Autohaus beitragen.
Im Folgenden finden Sie eine praxisnahe Struktur, wie Sie KI-Anbieter bewerten und welche Fragen Sie unbedingt stellen sollten, bevor Sie sich festlegen.
Was das für Autohäuser in Deutschland/EU bedeutet
Für Autohäuser in Deutschland und der EU ist die Bewertung von KI-Anbietern mehr als ein Technikvergleich. Es geht darum, ob die Lösung Ihre bestehenden Systeme (DMS, CRM, Website) sinnvoll ergänzt, rechtliche Rahmenbedingungen respektiert, auf Ihre Prozesse zugeschnitten ist und messbare Ergebnisse in Vertrieb, Service und Marketing liefert.
So gehen Sie vor
- 1. Lösungsumfang und Automatisierungsgrad klären
Starten Sie mit der Frage, wie autonom die KI tatsächlich arbeitet. Prüfen Sie, ob das System zentrale Workflows im Autohaus unterstützt, etwa Bestandssteuerung, Lead-Bearbeitung, Service-Kommunikation oder Kampagnensteuerung. Fragen Sie, welche konkreten Entscheidungen die KI eigenständig trifft und wo weiterhin manuelle Eingriffe nötig sind. Wichtig ist auch, ob es prädiktive Analysen gibt, die speziell für den Automobilhandel ausgelegt sind, zum Beispiel Prognosen zu Nachfrage, Terminaufkommen oder Lead-Potenzial.
- 2. Integration in DMS, CRM und digitale Kanäle prüfen
Eine starke KI-Lösung bleibt wirkungslos, wenn sie isoliert läuft. Klären Sie, ob der Anbieter erprobte Schnittstellen zu Ihrem Dealer-Management-System (DMS), CRM und Ihrer Website anbietet. Fragen Sie nach konkreten Integrationsszenarien: Wie fließen Leads ein? Wie werden Bestandsdaten genutzt? Wie werden Servicekundendaten verarbeitet? Entscheidend ist auch, ob der Anbieter aktiv beim Onboarding unterstützt, technische Ansprechpartner bereitstellt und klare Timings für eine produktive Inbetriebnahme nennen kann.
- 3. Datenbasis, Datenschutz und Dateneigentum hinterfragen
Der Wert jeder KI steht und fällt mit der Qualität der zugrunde liegenden Daten. Fragen Sie, auf welche Datenquellen die Lösung zugreift und wie Ihr Autohaus First-Party-Daten (eigene Kundendaten) einbringen kann. Lassen Sie sich erläutern, wie Daten geschützt, gespeichert und anonymisiert werden und welche Rollen- und Rechtekonzepte zum Einsatz kommen. Wichtig sind transparente Aussagen zum Dateneigentum: Wem gehören die erzeugten Daten und Modelle? Unter welchen Bedingungen können Sie Daten exportieren oder löschen lassen? Prüfen Sie, ob der Anbieter nachvollziehbar auf die geltenden Datenschutzanforderungen eingeht.
- 4. Grad der Anpassung und Personalisierung bewerten
Fragen Sie, in welchem Umfang die Lösung an Ihr Autohaus angepasst werden kann. Dazu gehören Markenauftritt, Tonalität der Kundenansprache, Angebotslogik und regionale Besonderheiten. Relevant ist auch, ob die KI personalisierte Kundenerlebnisse unterstützt, etwa individuelle Fahrzeug- und Serviceempfehlungen auf Basis des bisherigen Verhaltens oder Bestands. Klären Sie, ob Inhalte (z. B. E-Mails, Website-Texte, Hinweise im Kundenkonto) lokalisiert und kontextbezogen ausgespielt werden können und wie einfach Ihr Team diese Regeln anpassen kann.
- 5. Benutzerfreundlichkeit, Support und nachweisbare Ergebnisse einfordern
Zum Schluss sollten Sie prüfen, ob Ihr Team die Lösung im Alltag wirklich nutzen kann. Lassen Sie sich die Oberfläche zeigen und testen Sie typische Aufgaben: Leads priorisieren, Kampagnen starten, Auswertungen erstellen. Fragen Sie nach Schulungskonzepten, Support-Kanälen und Reaktionszeiten. Bitten Sie um Fallstudien oder Referenzen aus vergleichbaren Betrieben. Wichtig sind konkrete Kennzahlen: Welche Verbesserungen bei Lead-Bearbeitung, Abschlussraten oder Serviceauslastung wurden in welcher Zeit erreicht? Erst wenn Nutzen und Betreuung klar sind, lohnt sich ein Vertragsabschluss.
Woran Sie Fortschritt messen
- KPI 1: Lead- und Verkaufsperformance
Messen Sie, wie sich Anzahl und Qualität der Leads entwickeln und wie gut diese zu Verkäufen oder Serviceaufträgen konvertieren. Relevante Kennzahlen sind zum Beispiel Antwortzeiten auf Anfragen, Terminquoten, Abschlussraten im Verkauf sowie zusätzlich generierte Servicebuchungen. Vergleichen Sie Ist-Werte nach Einführung der KI mit Ihrer Ausgangssituation, idealerweise getrennt nach Kanälen (Website-Anfragen, Telefon, Formulare).
- KPI 2: Effizienz und Zeitersparnis im Team
Bewerten Sie, ob die KI-Lösung operative Abläufe tatsächlich verschlankt. Messen Sie, wie viel Zeit Mitarbeitende für wiederkehrende Tätigkeiten wie Lead-Vorqualifizierung, Terminvereinbarung, Follow-ups oder Berichterstellung benötigen. Sinnvoll sind Kennzahlen wie bearbeitete Leads pro Mitarbeitendem, Anzahl automatisierter Follow-ups pro Woche oder der Anteil automatisch erzeugter Auswertungen. Ziel ist, dass Ihr Team mehr Zeit für wertschöpfende Kundenkontakte gewinnt.
Risiken & Grenzen
- Zugriffsrechte, Datenschutz und Verantwortlichkeiten
Ein wesentliches Risiko liegt in unklar geregelten Zugriffsrechten auf Kundendaten und Systeme. Wenn Rollen, Berechtigungen und Verantwortlichkeiten nicht sauber definiert sind, können Sicherheitslücken entstehen oder Daten zweckentfremdet werden. Achten Sie daher auf ein durchgängiges Berechtigungskonzept, klare Verträge zum Umgang mit Daten sowie übersichtliche Protokollierung von Zugriffen und Änderungen, damit Sie jederzeit nachvollziehen können, was mit Ihren Daten geschieht.
- Datenqualität, Schnittstellenstabilität und interne Umsetzung
Selbst eine gute KI scheitert, wenn Stammdaten unvollständig sind, Schnittstellen häufig Fehler produzieren oder Prozesse im Autohaus nicht angepasst werden. Schlechte Datenqualität führt zu falschen Empfehlungen, unpassenden Kampagnen und Frust im Team. Planen Sie ausreichend Zeit für Datenbereinigung, testen Sie Integrationen gründlich und sorgen Sie für klare interne Verantwortlichkeiten, damit Regeln regelmäßig überprüft und angepasst werden. Ohne diesen Rahmen bleiben Potenziale der KI-Lösung ungenutzt.
Wenn Sie Anbieter systematisch mit einer solchen Checkliste prüfen, erhöhen Sie die Chance deutlich, eine KI-Lösung zu wählen, die wirklich zu Ihrem Autohaus passt und messbare Ergebnisse liefert – bei Bedarf kann Spinic Sie dabei strukturiert begleiten.
